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Aktuelles Thema: "Die Zeit".

Wem die Stunde schlägt

so lautet der Titel eines berühmten Romans des amerikanischen Nobelpreisträgers Ernest Hemingway (1899 – 1961).

Gemeint ist die Todesstunde, und gemeint ist die Uhr, die Glocke, die mit ihrem klingenden Schlag die Stunde – die Zeit eben - auch akustisch signalisiert.

Die Zeit begreift der Mensch als die Abfolge des Geschehens, die wir als Vergangenheit, Gegen-wart und Zukunft am Entstehen und Vergehen der Dinge erfahren. Sein individuelles Leben – des-sen Dauer – fasst der Mensch als den ihm zugemessenen Zeitraum zwischen Geburt und Tod auf, den es zu nutzen gilt, der, weil er begrenzt ist, nicht verschwendet werden darf. In diesem Leben wird die Zeit durch den Lauf der Erde um die Sonne bestimmt und ist in Jahre, Monate, Wochen und Tage eingeteilt; das Verzeichnis dieser Zeiteinteilung ist der Kalender.

Kleinere Zeitabschnitte (Stunden, Minuten und Sekunden) werden mit Uhren gemessen – also sichtbar und auch hörbar gemacht.

Die ältesten Uhren, die menschlicher Erfindungsgeist hervorbrachte, waren Sonnen-, Wasser- und Sanduhren:
Die wertvolle Lebenszeit verrinnt unerbittlich, unaufhaltsam und viel zu schnell! „Fort musst du, deine Uhr ist abgelaufen“, heißt es in Friedrich Schillers Wilhelm Tell. Die erste Nachricht über Räder-Uhren stammt von dem italienischen Dichter Dante Alighieri (um 1300); die ersten tragbaren Uhren, die als ‚Nürnberger Eier’ bekannt sind, wurden von Peter Henlein (1480-1542) gefertigt.

Weil die menschliche Zeit angesichts der Endlichkeit menschlichen Lebens so kostbar ist, haben sich Philosophen, Dichter, Schriftsteller und Künstler aller Epochen in schier unübersehbarer Fülle immer wieder zu diesem Thema geäußert. Auch volkstümliche Weisheiten und Sprichwörter, sowie Redensarten und Umgangssprachliches sind in allen Kulturen in Hülle und Fülle vorhanden.

Spätestens seit Formulierung der These „Zeit ist Geld“ gehört es in den Industrieländern zum guten Ton, zum Image der eigenen Bedeutsamkeit und des persönlichen Erfolges, keine Zeit zu haben, ständig in Eile und unter Termindruck zu sein.

„Zeit ist Leben, und Leben ist Zeit“ sagt ein deutsches Sprichwort, ein anderes:
„Die Zeit: teilt – heilt – eilt“.

Erstrebenswert wäre es doch, wenn wir unsere unaufhörlich größer werdende Vergangenheit, unse-re gar nicht greifbare, weil unmittelbar flüchtige Gegenwart und unsere, mit jedem Atemzug, jedem Augenblick immer kürzer werdende Zukunft auch einmal auskosten würden – im gelassenen Inne-halten, in bewusster Ruhe.

Vielleicht können wir Zeit gewinnen, wenn wir Zeit verschenken. Vielleicht schlägt die Uhr uns einmal eine Stunde ohne höhnische Mahnung.

Oder sind wir in unserem Zeitbegriff hoffnungslos verfangen:

Die Wanduhr meldet Mitternacht.
Ich höre Hohn in ihrem Schlage.
Was hast du, fragt sie, Mensch, gemacht
Mit diesem nun gewichnen Tage?
Charles Baudelaire